Kompromisse gehören zum Leben dazu. An sich sind sie auch nichts Schlechtes. Problematisch wird es dann, wenn ein Kompromiss beginnt zu stinken, wenn er faul ist. Denn dann ist es kein wirklicher Kompromiss und wenigstens ein Beteiligter kommt dabei schlechter weg.
Inhaltsverzeichnis
Was ist ein Kompromiss?
Lass uns zunächst anschauen, was ein Kompromiss eigentlich ist.
Eine "Übereinkunft durch gegenseitige Zugeständnisse" heißt es beispielsweise im Duden.
Bei einem Kompromiss machen also alle Beteiligten Zugeständnisse. Es wird nach einem Mittelweg gesucht, mit dem alle Beteiligten leben können. Der fair ist.
Kompromisse sind nichts Seltenes. Denn wir Menschen sind alle individuell und so kommt es immer wieder zu Situationen, in denen nicht von vornherein eine Übereinstimmung besteht. Das ist ganz normal. Denn wir haben verschiedene Werte und Bedürfnisse (sowie Kombinationen davon).
Kompromisse sind folglich allgegenwärtig, wir gehen sie im privaten, wie auch im beruflichen Kontext ein.
Wenn die Zugeständnisse von (wenigstens) einem Beteiligten jedoch in einem ungleichen Verhältnis zu den anderen stehen, dann ist es kein fairer Kompromiss mehr. Es ist etwas faul, denn es gibt (wenigstens) einen Verlierer bei diesem Kompromiss.
Klar kann es sein, dass im Rahmen eines Kompromisses auch einmal bewusst etwas „geopfert“ wird – für ein größeres, dahinter liegendes „Ziel“. Doch wenn jemand permanent den Kürzeren zieht, dann ist es wichtig, dem auf den Grund zu gehen. Denn langfristig wird dies Spuren hinterlassen.
Denn faule Kompromisse belasten das eigene Leben.
Daher ist es wert, die eigenen Kompromisse einmal genauer zu prüfen. Sind sie stimmig oder ist dort vielleicht etwas faul?
Doch lass uns vorher betrachten, wie es überhaupt zu faulen Kompromissen kommen kann.
Warum gehen wir faule Kompromisse ein?
Letztlich geht es dabei um Angst. Diese kann sich vielfältig zeigen: Angst vor der Konfrontation, Angst die eigene Wahrheit auszusprechen und für sich einzustehen, Angst davor abgelehnt und nicht gemocht zu werden, Angst, dass es keinen anderen Weg gibt zu erreichen, weshalb überhaupt der Kompromiss geschlossen wird.
Aufgrund dessen werden die eigenen Bedürfnisse und Ziele bewusst oder unbewusst ignoriert, übergangen, beiseite geschoben – kurz gesagt: weniger wichtig genommen.
Gibt es faule Kompromisse in Deinem Leben?
Faule Kompromisse tun uns nicht gut. Sie belasten und saugen uns Energie aus. Sie können uns schaden, und zwar in einem Ausmaß, das wir leicht unterschätzen.
Bei meinen Klientinnen und Klienten offenbart sich nicht selten im Verlauf der Begleitung ein fauler Kompromiss im Leben, der schon lange an ihnen nagt. Doch aus gewissen (verständlichen!) Gründen wird darüber immer wieder hinweggesehen. Erst wenn der Leidensdruck (meist dann aus kumulierten Gründen) zu groß ist und klar wird „so kann es nicht weiter gehen“, entsteht eine Bereitschaft, sich dem zu stellen.
Doch muss es wirklich so weit kommen? Braucht es wirklich erst Symptome oder Krisen, um Kompromisse auf den Prüfstand zu stellen?
Falls Du schon länger mit einer Abmachung unzufrieden bist – sei es innerhalb der Familie, im Freundeskreis, im beruflichen Kontext, im Ehrenamt, etc. – und Du merkst, dass es Dir damit nicht (mehr) gut geht, dann trau Dich einmal genauer hinzuschauen:
Besteht da ein Ungleichgewicht? Haben sich Parameter verändert, unter denen der Kompromiss geschlossen wurde? Gibt es eventuell etwas nach zu arrangieren?
Wie könnte ein „gesunder“ Kompromiss aussehen?
Was würde sich ändern, wenn Ihr einen „gesunden“ Kompromiss findet?
Doch zuallererst gilt es die Frage zu klären: Bist Du bereits, den „stinkenden“ Kompromiss zu bereinigen oder willst Du weiter damit leben? Lass diese Frage in Dir wirken und spüre in Dich hinein, was sie mit Dir macht. Und wirf auch ruhig nochmal einen Blick darauf, warum wir überhaupt faule Kompromisse eingehen. Denn vielleicht steht für Dich gerade erstmal noch etwas anderes an. Denk immer daran: Du wählst Deinen Weg.
Ich wünsche Dir weise Entscheidungen!
Alles Liebe
Bild: Pixabay